Der durchschnittliche Pachtpreis für Grünland in Deutschland liegt bei rund 190 Euro pro Hektar und Jahr, etwa die Hälfte der Acker-Pacht (357 €/ha). Schleswig-Holstein führt mit 305 €/ha, Brandenburg liegt am unteren Ende mit 90 €/ha. Diese Seite gibt einen vollständigen Überblick über Grünland-Pachten in allen 16 Bundesländern, die wichtigsten Einflussfaktoren und regionale Spitzen.
Zusammenfassung
- Bundesweiter Schnitt: rund 190 €/ha, etwa 50–55 % des Ackerland-Niveaus.
- Top 3: Schleswig-Holstein (305 €/ha), Niedersachsen (290 €/ha), Nordrhein-Westfalen (270 €/ha).
- Bottom 3: Brandenburg (90 €/ha), Saarland (95 €/ha), Berlin (105 €/ha) bzw. Rheinland-Pfalz (105 €/ha).
- Spitzenregionen: Allgäu, Voralpenland, Marsch (SH/NI), Niederrhein, bis 400–500 €/ha bei intensiv genutzten Milchvieh-Flächen.
- Treiber: Milchvieh-Dichte, Schnittnutzbarkeit, Pferdepensionsbetriebe, Naturschutz-Auflagen.
Pachtpreise Grünland nach Bundesländern (Vergleich)
Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Pachtpreise für Grünland in allen 16 Bundesländern. Klick auf das Bundesland führt zur Detailseite mit Regionalvergleich, FAQ und Pachtpreis-Rechner.
| Bundesland | Ø Pacht Grünland | Spanne | Detail |
|---|---|---|---|
| Schleswig-Holstein | 305 €/ha | 165–490 €/ha | Details » |
| Niedersachsen | 290 €/ha | 155–465 €/ha | Details » |
| Nordrhein-Westfalen | 270 €/ha | 145–430 €/ha | Details » |
| Bayern | 220 €/ha | 120–350 €/ha | Details » |
| Bremen | 215 €/ha | 115–345 €/ha | Details » |
| Hamburg | 205 €/ha | 110–330 €/ha | Details » |
| Sachsen-Anhalt | 165 €/ha | 90–265 €/ha | Details » |
| Mecklenburg-Vorpommern | 155 €/ha | 85–250 €/ha | Details » |
| Baden-Württemberg | 145 €/ha | 80–230 €/ha | Details » |
| Sachsen | 125 €/ha | 70–200 €/ha | Details » |
| Thüringen | 115 €/ha | 60–185 €/ha | Details » |
| Hessen | 115 €/ha | 60–185 €/ha | Details » |
| Berlin | 105 €/ha | 55–170 €/ha | Details » |
| Rheinland-Pfalz | 105 €/ha | 55–170 €/ha | Details » |
| Saarland | 95 €/ha | 50–150 €/ha | Details » |
| Brandenburg | 90 €/ha | 50–145 €/ha | Details » |
Werte: Destatis Agrarstrukturerhebung 2023, statistische Landesämter und eigene Markterhebungen über Flächenmakler.de.
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Jetzt Pachtpreis berechnenWas beeinflusst den Pachtpreis für Grünland?
Grünland-Pachten unterliegen anderen Treibern als Ackerland-Pachten. Die wichtigsten Faktoren:
- Milchvieh- und Mutterkuh-Dichte: In Regionen mit hoher Tierdichte (Allgäu, Voralpenland, Niederrhein, Marsch) ist Grünland knapp und teuer. Pachten von 300–500 €/ha sind dort üblich.
- Schnittnutzbarkeit: Mehrschnittwiesen (3–4 Schnitte jährlich) erzielen das Doppelte der Pacht extensiver Einschnitt-Lagen.
- Pferdehaltung und Reitbetriebe: In stadtnahen Lagen treiben Pferdepensionen die Pacht teils auf 200–500 €/ha, oberhalb der landwirtschaftlichen Marktpacht.
- Naturschutz-Auflagen: Flächen mit Bewirtschaftungsbeschränkungen (Wiesenbrüter, Feuchtgrünland) sind deutlich günstiger; oft kombiniert mit Agrarumweltmaßnahmen-Prämien.
- Bodenpunkte und Lage: Tiefere Marsch- und Niederungsböden erzielen höhere Pachten als trockene Mittelgebirgs-Hanglagen.
- Dauergrünland-Erhaltungspflicht: Grünlandumbruch ist gesetzlich stark beschränkt. Das hält das Angebot stabil, verhindert aber auch eine Anpassung an Acker-Niveau.
Regionen mit den höchsten Pachtpreisen für Grünland
Innerhalb der Bundesländer gibt es Regionen, in denen Grünland fast Acker-Niveau erreicht:
- Marsch (Schleswig-Holstein, Niedersachsen): 350–500 €/ha, hochwertige Niederungsböden.
- Allgäu, Voralpenland (Bayern): 280–400 €/ha, Milchvieh-Dichte, Schnittnutzbarkeit.
- Niederrhein, Soester Börde (NRW): 280–400 €/ha, Milchvieh und Veredelung.
- Münsterland (NRW): 250–380 €/ha, Milchvieh und Pferdepension.
- Vorderpfalz, Rheinhessen (RLP): 180–260 €/ha, intensive Nutzung.
Die niedrigsten Grünlandpachten (50–130 €/ha) finden sich in extensiven Mittelgebirgs- und Sandlagen: Bayerischer Wald, Eifel, Hunsrück, Westerwald, Thüringer Wald und Lausitz.
Grünland-Nutzung und ihre Auswirkung auf die Pacht
Die wirtschaftliche Verwertung von Grünland bestimmt maßgeblich die Zahlungsbereitschaft des Pächters:
- Milchvieh-Weide / Mehrschnittwiese: Höchste Pachten (220–500 €/ha). Voraussetzung: ausreichend Nährstoffe, gute Befahrbarkeit, mehrere Schnitte pro Jahr möglich.
- Mutterkuh-Haltung / extensive Beweidung: 100–200 €/ha. Geringere Intensität, oft kombiniert mit Direktzahlungen.
- Pferdepension und Hobby-Pferdehaltung: 200–500 €/ha, ortsnah, oft über Marktpacht. In Stadtnah-Lagen ein wichtiger Pacht-Treiber.
- Heugewinnung für Verkauf: 80–150 €/ha, abhängig von der lokalen Nachfrage durch Pferdehalter.
- Naturschutz-Grünland (Vertragsnaturschutz): 50–120 €/ha Marktpacht plus 100–500 €/ha Prämien aus Agrarumweltprogrammen.
Häufige Fragen zu Pachtpreisen für Grünland
Wie hoch ist der Pachtpreis für Grünland in Deutschland?
Der durchschnittliche Pachtpreis für Grünland in Deutschland liegt bei rund 190 Euro pro Hektar und Jahr. Spitzenreiter sind Schleswig-Holstein (305 €/ha) und Niedersachsen (290 €/ha). Schlusslichter: Brandenburg (90 €/ha) und Saarland (95 €/ha). Grünland ist im Schnitt rund 50–55 % günstiger als Ackerland.
Warum ist Grünland günstiger als Ackerland?
Grünland ist wirtschaftlich weniger flexibel: Marktfruchtanbau ist nicht möglich, die Nutzung beschränkt sich auf Heu, Silage und Weidegang. Hinzu kommt, dass Grünlandumbruch in Deutschland gesetzlich stark eingeschränkt ist (Dauergrünland-Erhaltungspflicht). Ausnahme: In Milchvieh-Regionen wie dem Allgäu oder dem Voralpenland erzielt Grünland hohe Pachten.
In welchen Regionen ist Grünland am teuersten?
Spitzenpachten für Grünland werden in intensiv genutzten Milchvieh-Regionen erzielt: Allgäu und Voralpenland (300–400 €/ha), Marsch-Regionen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen (350–500 €/ha), Niederrhein und Münsterland (280–400 €/ha).
Wo ist Grünland am günstigsten zu pachten?
Mittelgebirgs- und extensive Lagen haben die niedrigsten Grünland-Pachten: Bayerischer Wald (100–180 €/ha), Eifel/Hunsrück/Westerwald (80–150 €/ha), Thüringer Wald (70–130 €/ha), Lausitz (60–120 €/ha).
Welche Faktoren bestimmen den Grünland-Pachtpreis?
Wichtigste Treiber: regionale Milchvieh- und Mutterkuh-Dichte (treibt Pachten in Milchregionen), Bodenfruchtbarkeit der Grünlandflächen, Schnittnutzbarkeit (Mehrschnittwiesen vs. extensive Weiden), Nähe zu Reit- und Pferdebetrieben (Pferdepacht oft 200–500 €/ha) und Naturschutz-Auflagen.
Wie kann ich den Pachtpreis für mein Grünland ermitteln?
Der individuelle Pachtpreis hängt von Bodenfruchtbarkeit, Schnittnutzbarkeit, Lage und Nutzungsart (Milchvieh, Mutterkuh, Pferd, Naturschutz) ab. Eine schnelle Einschätzung liefert unser Pachtpreis-Rechner. Für eine präzise Bewertung empfiehlt sich ein unverbindliches Gutachten über Flächenmakler.de.
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Stand der Daten: 11. Mai 2026
Quellen:
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Agrarstrukturerhebung 2023, Tabelle "Pachtentgelte".
- Statistische Landesämter aller 16 Bundesländer.
- Eigene Markterhebungen über Flächenmakler.de, regionale Pacht- und Kaufpreise Grünland.
Hinweis: Die genannten Werte sind Mittel- und Spannenwerte. Der individuelle Pachtpreis hängt von Bodenfruchtbarkeit, Schnittnutzbarkeit, Lage und Nutzungsart ab.